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  Sandra Krüger 

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Todesursachenstrukturänderung und

Lebensverlängerungsprozess 
 
Dissertation 2002,  
TU Dresden, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus 
 
Deutsche Nationalbibliothek (Bestellen)  
Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (Katalogdatenanzeige)  
 
 
Zusammenfassung 
 
Die vorliegende Arbeit ist Teil der Untersuchungen zum Lebensverlängerungsprozess und befasst sich mit der Todesursachenstruktur im Zeitraum von 1876 bis 1997 im Deutschen Reich, in der BRD, der DDR, den alten und neuen Bundesländern. Im Vordergrund stehen dabei Vergleichsbetrachtungen von der Todesursachenstrukturänderung mit der Entwicklung der mittleren Lebenserwartung. 
Da im Laufe des mehr als 120 Jahre umfassenden Zeitraumes unterschiedliche Klassifikationen der Todesursachen verwendet werden, werden übergeordnete Klassen gebildet, die einen Vergleich der Todesursachenstruktur über den gesamten Zeitraum hinweg ermöglichen. 
 
Innerhalb der Todesursachenstruktur zeichnet sich eine Verschiebung der Todesursachen von Akuterkrankungen (z.B. Infektionskrankheiten) zu chronischen Leiden (z.B. Herzkreislauferkrankungen und Neubildungen) ab, welche verbunden ist mit einem Anstieg des Sterbealters.  
Diese Entwicklung ist auf unterschiedliche Aspekte zurückzuführen: 
1. Todesursachen, die vor allem dem jüngerem Lebensalter anhängen, wie z.B. Tuberkulose und andere Infektionskrankheiten, werden zurückgedrängt, wodurch  
2. zwangsläufig Erkrankungen des höheren Lebensalters, wie z.B. koronare Herzkrankheit und Neubildungen, eine größere Rolle als Todesursache spielen. 
 
Neben dieser epidemiologischen Betrachtungsweise sind der Lebensverlängerungsprozess und die Todesursachenstrukturänderung auch aus klinischer Sicht zu erklären. Durch verbesserte Lebensbedingungen, Berücksichtigung von Hygienemaßnahmen und Fortschritte in Medizin und Technik konnte Folgendes erreicht werden: 
1. einige Erkrankungen und Todesursachen traten gar nicht mehr bzw. seltener auf 
2. einige Erkrankungen können geheilt werden und führen nicht mehr bzw. seltener zum Tod 
3. längere todesursachenspezifische Betreuungsdauer auch bei todbringenden Krankheiten (Gewinn an Lebensjahren) 
 
Wie die Ergebnisse zeigen, steigen die mittleren Sterbealter aller Todesursachenklassen an. Eine besonders große Zunahme der mittleren Sterbealter vollziehen sich bei der klasse der Infektionskrankheiten (Anstieg um 55 Jahre) und der der Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts und Urogenitalsystems (Anstieg um 60 Jahre). Die Erhöhung der mittleren Lebenserwartung um etwa 50uf fast 70 Jahre bei den Männern und auf 74 Jahre bei den Frauen ist mit der Entwicklung der Sterbealter verknüpft. Die Todesursachenstruktur, todesursachenspezifischen Sterbealter und mittlere Lebenserwartung beeinflussen sich wechselseitig. So resultiert aus dem Anstieg der mittleren Sterbealter aller Todesursachenklassen zwangsläufig ein Zuwachs der mittleren Lebenserwartung, aber auch umgekehrt führt die steigende mittlere Lebenserwartung zur Änderung der todesursachenspezifischen mittleren Sterbealter. Genauso ruft die Todesursachenstruktur einer beliebigen Episode bestimmt Sterbealter in den einzelnen Todesursachenklassen, sowie eine bestimmte mittlere Lebenserwartung hervor, wobei umgekehrt die Änderung der Sterbealter und der mittleren Lebenserwartung zur Veränderung in der Todesursachenstruktur führen. Die deutlichsten Veränderungen in der Todesursachenstruktur ergeben sich bei der Klasse der Herzkreislauferkrankungen und er der Neubildungen. Die Herzkreislauferkrankungen, die 1876 einen Todesursachenanteil von 7aben, machen 1997 schon 55ller Todesursachen aus. Bei den Neubildungen steigt der Todesursachenanteil im gleichen Zeitraum vom 2uf 230D 
Durch die Verknüpfung von Sterbetafeln mit der Todesursachenstruktur einer Bevölkerung werden die Todesursachentafeln erstellt, aus denen sich, in Erweiterung der Aussagefähigkeit der traditionellen Todesursachenstatistik, sowohl Aussagen über dei Zahl der an einer bestimmten Todesursache Verstorbenen, als auch über das mittlere Sterbealter ableiten lassen. Diese Methodik der Todesursachentafel wird kontinuierlich für die o.g. Zeitspanne und geografische Region angewendet, wobei sich die Problematik von Bruchstellen der Zeitreihen durch Klassifikationswechsel einschließlich sich verändernder Altersklassenaufbereitungen und Kriege ergibt. Diese Einflüsse werden bei der Interpretation berücksichtigt. Besonders deutlich wird die Wirkung der Klassifikationsproblematik z.B. bei der Verschiebung von Diagnosen von der klasse der Herzkreislauferkrankungen zur Gruppe der sonstigen Erkrankungen, da für einen bestimmten Zeitraum nicht alle Einzeldiagnosen erfassbar sind und somit der Restklasse zufallen. 
Es bleibt jedoch der Anspruch an weitere Arbeiten, Methoden zu entwickeln, um diese Kontinuitätslücken korrekt zu schließen. 
 
 
Gliederung 
1. EINFÜHRUNG 
1.1. Literaturüberblick 
1.1.1.Begriffsbestimmungen 
1.1.2 Zur Historischen Entwicklung der Sterblichkeits- und Todesursachenstatistik 
1.1.3. Mortalität unter Einfluss der Geschlechtsstruktur 
1.1.4. Mortalität unter Einfluss der Altersstruktur 
1.1.5. Lebenserwartung unter Einfluss der Todesursachenstruktur 
1.2. Aufgabenstellung 
1.2.1. Allgemeine Problemstellung 
1.2.2. Arbeitshypothesen 
 
2. MATERIAL UND METHODEN 
2.1. Methodischer Ansatz 
2.2. Datengrundlage 
2.3. Arbeitsmittel 
2.4. Methodische Aufarbeitung 
2.4.1. Todesursachen- und Altersstruktur 
2.4.2. Altersspezifische Todesursachenziffern 
2.4.3. Ersatz fehlender Daten 
2.4.4. Altersklassen 
2.4.5. Todesursachenklassen 
2.4.6. Sterbetafeln und Sterbetafelfunktionen 
2.4.7. Todesursachenklassen 
2.4.8. Zeitreihenanalyse 
2.4.9. Lebenserwartung 
 
3. ERGEBNISSE 
3.1. Lebenserwartungsänderung 
3.2. Zeitreihen der Sterbealter und Todesursachenstrukturen 
3.2.1. Trendbetrachtung und kurzfristige Änderungen der Sterbealter 
3.2.2. Trendbetrachtung und kurzfristige Änderung der Todesursachenstruktur 
3.3. Schwankungen und Stabilität der Mortalität 
 
4. DISKUSSION 
4.1. Fehlerdiskussion 
4.1.1. Quellenkritik - Validität der Todesursachen 
4.1.2. Todesursachen- und Altersstruktur 
4.1.3. Einflüsse der Veränderungen in der Todesursachenstatistik 
4.2. Zunahme der Lebenserwartung 
4.3. Diskussion der Zeitreihen 
4.4. Diskussion der geschlechtsspezifischen Mortalität 
4.5. Kontinuität der Region - alte (AL) und neue (NL) Bundesländer 
4.6. Preußische Daten 
4.7. Kodierungspraktiken 
 
5. ZUSAMMENFASSUNG 
 
6. LITERTURVERZEICHNIS 
 
7. ANLAGEN 
7.1. Revisionskonferenzen der ICD 
7.2. Quellenangaben der Datengrundlage 
7.3. Todesursachenzuordnungen bei verschiedenen Klassifikationsschemata 
7.4. Altersklassen [in Lebensjahren] bei verschiedenen Klassifikationsschemata 
 
8. VERZEICHNIS DER ABKÜRZUNGEN UND FORMELZEICHEN 
 
9. VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN 
 
10. DANKSAGUNG 
 
11. EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG 
 
12. THESEN ZUR DISSERTATION 

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Letzte Änderung am 1.11.2007
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